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| Eine närrische Karnevalsüberraschung der anderen Sorte erlebte Dave in Köln. Eigentlich hatte ich erwartet, dass gaychat ausgestorben ist am Karnevalssamstag, und alle Schwuppen mit Pappnase und sonstigen merkwürdigen Kostümen durch die Kölner Kneipen ziehen. Aber nein, es war sogar gut Betrieb, und es dauerte eine Weile, bis man in den überfüllten Raum "Koeln12 gelangte. Das ist das doofe an diesem Chat, bei 60 Usern ist Schluss, und man muss allein in den Ausweichraum, in den auch sonst niemand will. Aber ich hatte Glück dank hartnäckigem Geklicke auf den Eintritts-Button. Eigentlich wollte ich nur mal schauen, was so los ist. Vielleicht hatte ja auch jemand Lust, mit mir in die Sauna zu gehen. Keine zwei Minuten dauerte es, da ploppt ein Fenster auf, "twoCGN" spricht mich an: "Hi, Lust auf eine kleine Privatparty?"
"Ein Dreier? Klingt gut", antworte ich nach einem Check des Profils, das zwei wohlproportionierte Mittdreißiger zeigt. – "Wir sind sogar schon zu fünft und vergnügen uns hier bereits." – "Oh, klingt noch netter. Aber wenn ich jetzt gleich losdüse, komme ich dann nicht zu spät?" - "Nein, kein Problem, wir feiern hier noch bis in den Abend. Komm zum Friesenwall". Ich hatte nun also einen Adresse und einen Namen, wo ich klingeln sollte. Ist es womöglich ein Fake? Meine Neugier war größer als meine Bedenken, also stieg ich in die Bahn, um eine halbe Stunde später klopfenden Herzens vor der angegebenen Tür zu stehen. Es war kein Faker, Gott sei Dank. Und auch sonst war es nett. In der kleinen Dachgeschosswohnung liefen eine Handvoll gut aussehender Männer in Unterwäsche herum, die einen Kölschgläser in der Hand, die anderen bereits miteinander beschäftigt. Es lief auch keine Karnevalsmusik. Mein Gastgeber saß vor dem Computer, und lud weiterhin neue Leute ein, einfach vorbeizukommen.
Ich bekam einen Beutel für meine Klamotten und ein Kölsch in die Hand gedrückt, es konnte also losgehen. Es brauchte zwar erst noch ein paar weitere Biere, bevor ich mich aus der Position des Voyeurs in die des Teilnehmers brachte, aber dann war es einfach nur noch geil. Inzwischen waren auch noch neue Gäste eingetrudelt. Ich mischte erst bei einem Paar mit, dann öffnete sich unsere Dreierrunde und am Ende machte irgendwie jeder mit jedem rum. Dafür, dass ich eigentlich nur mal so gucken wollte, war das die beste Wendung, die mir gaychat je beschert hat. |
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