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| Der 28-jährige Daniel wurde nach Bangkok versetzt - hier funktioniert das Online-Dating ein bisschen anders. Seit etwa einem halben Jahr lebe ich jetzt in Bangkok. Mein Job bei einem internationalen Konzern hat mich nach Thailand geführt, zuvor hatte ich auch schon in Hongkong gearbeitet. Ich bezog ein Condo mit Internetanschluss, und nachdem ich mich in meinem neuen Zuhause und im Büro etwas eingelebt hatte, wollte ich allmählich auch ein paar Männer kennen lernen. Das schien nicht schwer: Ich wechselte in meinem Gaydar-Profil den Wohnort auf Bangkok, und bekam umgehend jede Menge Nachrichten von gut aussehenden Thais. Es schien fast so, als ob die nur auf mich gewartet hätten. Mit Nat, dem hübschesten von allen, verabredete ich mich für den Samstag. Da ich erst mal niemanden Fremdes in meine Wohnung lassen wollte, schlug er als Treffpunkt eine kleinere, aber zentral gelegene schwule Sauna, mit Namen ‚X2’, zwischen Silom und Suriwong Road, vor.
Da man in Bangkok nie weiß, wie viel Stau auf einen wartet, machte ich mich am Samstag zeitig auf den Weg. Ich schloss mein Condo ab und traf im Flur auf einen unglaublich gut aussehenden Nachbarn. Er grinste mich die ganze Zeit unverschämt an, als wir von dem Fahrstuhl warteten. „Sexy man“, sagte er auf der Fahrt nach unten, griff mir in den Schritt, und wir fuhren wieder hinauf in mein Condo …
Zwanzig Minuten später machte ich mich erneut auf den Weg zu meinem Date. An der Straße hielt ich ein Taxi an und erklärte dem jungen Fahrer mein Ziel. „X2 is gay sauna hehehe“, kicherte der, und schaute mir tief in die Augen: „Why sauna? Why not take me? Hehehe“ Zugeben, auch der Taxifahrer war ein äußerst attraktiver Mann, aber ich wollte es vor meinem ersten Date in Bangkok nun nicht wirklich übertreiben.
Bei der ‚X2’ angekommen, parkte er das Taxi in der Nähe des Eingangs, meinte „no charge für you, hehehe, special service today, hehehe“ – und folgte mir in die Sauna. Ich schaute auf die Uhr: eine halbe Stunde vor der verabredeten Zeit mit Nat, wir waren schnell und staufrei durch die Stadt gekommen. Bereitwillig ließ ich mich vom Taxifahrer in eine der Kabinen ziehen. Etwa zwanzig Minuten später traf ich auf der Dachterrasse schließlich Nat. „You look tired“, sagte mein OnlineDate, legte seine Hand auf meinen Oberschenkel und begann mich zu streicheln … Heute weiß ich: In Thailand funktioniert das mit dem Dating etwas anders als in Deutschland. Eine OnlineVerabredung auszumachen, ist viel aufwändiger und komplizierter, als auf der Straße einfach alle Augen und Ohren offen zu halten. Meine Gaydar-Premiummitgliedschaft habe ich längst gekündigt – zumindest für die Zeit, in der ich in Bangkok lebe…
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