Home
 
Spenden
 
Impressum
 
Kontakt
 
Sponsoren
 
Suche
 
Sitemap
 
  HERZENSLUST
  WAS IST HERZENSLUST
  WO IST HERZENSLUST
  KOORDINATOREN-FORUM
  TAKE CARE!
  THEMEN
  > Cruising
  > Virtuelle Welt
  > Safer Sex
  > Bareback
  

  REIN INS VERGNÜGEN
  MEIN ERSTES MAL
  SEX-TOYS
  TOYS IM TEST
  NO TABOO
  

  SERVICE
  TERMINE
  NEWSLETTER
  MEDIACENTER
  LINKS
  


Home / THEMEN / Virtuelle Welt
 
Die Geschichte des schwulen Chats
 
 

  Was wäre die schwule Welt ohne Online-Dating? Schwule Chats gibt es aber seit nicht einmal 20 Jahren. Und damals ging's noch um einiges langsamer zu. Eine mittelalterliche Version des Internet ging 1983 in Deutschland an den Start: Postminister Christian Schwarz-Schilling drückte auf den symbolischen Knopf zum Start von BTX, dem Bildschirmtext-System der staatlichen Bundespost.
     
 
 
BTX war eine Art interaktiver Videotext. Trotz der hohen Anschaffungskosten  verfügten bis 1986 rund 50.000 Teilnehmer über BTX, Ende 1988 waren es bereits 150.000. Ab 1989 konnte der Dienst auch per Computer genutzt werden, was es neben der Möglichkeit, BTX über den Fernseher darzustellen, wesentlich einfacher machte, die Informationen abzurufen.Neben der „Killeranwendung“ Homebanking waren es vor allem die Kommunikationsangebote, die die Nutzer des Internet-Vorgängers sehr interessierten. Mit der Eingabe von *EDEN# und *ATLANTIS# landete man in den mythisch angehauchten Textchat-Systemen, die mit pixeligen Klötzchengrafiken verziert waren. Ganz so, wie man es auch heute kennt, konnte man sich einen Nickname aussuchen und ein Profil anlegen, und damit in unterschiedliche Räume abtauchen. Und traf dort plötzlich auf Schwule. Und das nicht zu knapp. Das Vorurteil von „Tunten und Technik“ greift offensichtlich immer dann nicht, wenn es neue Wege gibt, Kerle kennen zu lernen. Nachteil von Atlantis und Eden: Man war schnell fürchterlich pleite. Denn neben einer Zugangsgebühr dürfte man auch pro versandter Nachricht oder auch je Ansicht eines anderen Profils löhnen. Die 10, 20, 40-Pfennig-Beträge summierten sich flott. Das Wort Flatrate war damals noch nicht erfunden.

Noch bevor 1995 das WWW seinen Siegeszug in Deutschland antrat, machte dem BTX-System noch eine andere technische Plattform Konkurrenz: Die Mailbox-Netze. Privatleute installierten auf ihren Rechnern Mailbox-Software, und stellten diese der Allgemeinheit zum Abruf zur Verfügung. Die Einwahl erfolgte über einen direkten Anruf bei der Mailbox. Ein umständliches System: Mehr als eine Telefonleitung war zu Zeiten der staatlichen Post, die über das Telefonwesen wachte, selten möglich, zudem war es lange verboten, importierte Hardware wie Modems zu nutzen. Man musste auf teure Eigenlösungen der Post zurückgreifen, und wer an der Telefondose fummelte, machte sich strafbar. Die Einschränkungen bei der Erreichbarkeit wurden durch die Bildung von Netzwerken kompensiert, die nach vereinbarten technischen Standards die für alle zugänglichen Informationen auf mehrere Mailboxen verteilten.

Eines dieser Netze war das FidoNet. Und als Teil des FidoNets existierte das GayNet. Schwule und Lesben betrieben daheim Mailboxen, die Telefonnummern zur Einwahl verbreiteten sie über das Netz und die schwulen Medien. Bundesweite Termine, Kontaktsuchen und ein genereller Austausch von Infos über für alle offene Boards in simpler grafischer Gestaltung waren so möglich. Keine Frage, das war nichts für Anfänger, die technischen Hürden hoch, die Telefonkosten mitunter auch. Aber die Netzwerke, die dabei entstanden, waren oft auch sehr persönlicher Natur und weitaus verbindlicher als ein Austausch von sexuellen Fantasien á 20 Pfennig über Atlantis.

Die Mailbox-Szene gibt es mit der Durchsetzung des Internets nicht mehr, Ende 2001 wurde auch das BTX-System abgestellt.

 

 



 
  Weitere Artikel zu dem Thema: >>> 02.02. Datingstorys: Andere Länder, andere Sitten >>> 02.02. Datingstorys: Auf die Webcam gespritzt >>> 07.11. Karnevals-Orgie >>> 17.10. Nasser Hund >>> 04.10. Die größten Online-Lügen >>> 22.09. Steigt Aids-Risiko durch Dating-Plattformen? >>> 12.09. Datingstorys: Das Profil meines Freundes >>> 01.09. Mein erster Dreier - Arif erzählt von seinem ersten Mal - mit mehr als nur einem Mann. >>> 01.08. Datingstorys: Chat meets Psycho >>> 27.06. Datingstorys: Nur 54 Jahre jünger gemacht >>> 13.06. Wie hältst Du es mit dem Sex? >>> 08.06. Datingstorys: Siff-Socken-Filmriss >>> 11.05. Extremsituationen beim Chatten >>> 11.05. Das Online-Dating der Zukunft >>> 18.04. Chatregeln für Anfänger und Profis >>> 18.04. Wer tummelt sich bei gayromeo? >>> 08.03. Webcams für Anfänger >>> 01.03. Profi-Tipps für gayromeo und Co. >>> 23.02. Clubs für jeden! >>> 02.02. Wie ehrlich bin ich bei meinen Angaben? >>> 02.02. Ab wann bin ich onlinesüchtig? >>> 20.12. Einstieg in schwule Internet mit Herzenslust >>> 02.02. Lohnt sich ein Premiumaccount für mich? >>> 04.12. Wie und wann benutze ich einen Messenger? >>> 21.11. Chat, Messenger, Dating – was ist der Unterschied? >>> 07.11. Hardcore – Was ist erlaubt? >>> 24.10. Wie bleibe ich beim Dating anonym?  >>> 08.10. Wie tickere ich jemanden an? >>> 26.09. Der virtuelle Korb >>> 23.09. Virtuelle Herzenslustarbeit sucht ... >>> 14.09. Das optimale Online-Profil (3) >>> 08.09. Wie finde ich vor der Reise den Urlaubsflirt? >>> 23.08. Sag' es mit 'nem Smiley ... >>> 09.08. Das optimale Online-Profil (2) >>> 08.07. Die Net(t)iquette - Der richtige Umgang miteinander >>> 12.06. HIV-Prävention im Netz – Erstes Treffen von Herzenslüstlingen >>> 30.05. Das optimale Online-Profil (1) >>> 30.05. Virtuelle Herzenslustarbeit - Eine Bestandsaufnahme 2005 >>> 22.05. Ist ein Profil genug? >>> 20.04. Effizienter Daten - Tipps und Tricks für lau! >>> 14.03. Wie erkenne ich Faker? >>>
 

[home] [glossar]

NEWS-TICKER
> Start des gemeinsamen Präventionsprojekts der Aidshilfen und gayromeo.com
> Aids-Gruppe kritisiert Viagra-Marketing


MEIN ERSTES MAL
> Ralf König (Comic-Autor)

Wie findest du Sex zu Dritt
  geil
  zu kompliziert
  noch nie probiert