Der größte Buhmann beim Online-Dating ist der Faker. Also jemand, der falsche Angaben über sich macht und nicht der ist, der er zu sein vorgibt. Tatsächlich gibt es ein paar Extremfälle von Profil-Fälschern, die sich eine komplett andere virtuelle Identität zugelegt haben und darüber ihre Beziehungen zu anderen aufbauen. Solange man oberflächlich miteinander plaudert und auf eine unverbindliche Art miteinander verkehrt, ist das alles kein Problem, eher so eine Art Rollenspiel, bei dem man nicht weiß, welche Rolle denn nun die wahre ist.
Schwierig wird es aber, wenn plötzlich Gefühle eine Rolle spielen oder man Zeit und Mühe in ein reales Treffen investiert - und die Faker-Existenz auffliegt. So mancher hat sich in ein Gegenüber verliebt, das nicht existiert, oder hat beim Date jemand völlig anderen angetroffen.
Der große Vorteil der Dating-Portale ist, dass es für jeden Topf den berühmten passenden Deckel gibt. Unter mehreren Hunderttausend Profilen gibt es Liebhaber von Schönlingen und vermeintlichen Vogelscheuchen, von Pickelgesichtern und Dickbäuchen, von Schnullis, reiferen Herren oder Magersüchtigen. Deshalb kann unser Tipp an dieser Stelle nur lauten: Sei absolut ehrlich!
Überlege dir aber vorher genau, wie viel du von dir preisgeben möchtest. Manche Portale sind nämlich ganz schön neugierig. Das fängt schon bei deinen Adressdaten an. Jeder Datenschutzbeauftragte deiner Wahl wird dir bestätigen: Du brauchst dich nicht mit deinem richtigen Namen anzumelden. Du darfst also ruhig „Schlum Pumpel“ heißen, in der „Gruhumpfkrxlstraße“ in „Tuntenhausen“ wohnen und im Jahr 1900 geboren sein. Das mit dem Geburtsjahr funktioniert leider nicht bei allen Portalen. Manche übernehmen diese Info automatisch in dein Profil, so dass es heißen würde: Alter 105.
Meistens muss aber mindestens die E-Mail-Adresse stimmen. Denn die Portalbetreiber schicken in der Regel eine Nachricht, über die du deine Mitgliedschaft noch einmal bestätigen musst. Damit soll verhindert werden, dass jeder in deinem Namen und ohne dein Wissen ein Profil anlegt und damit Schindluder treibt. Wenn du so anonym wie möglich bleiben möchtest, lege dir zum Beispiel eine kostenlose E-Mail-Adresse mit einem Fantasienamen bei hotmail.com oder web.de zu, über die du dann deine Mitgliedschaft bestätigst.
Aber Achtung: Nicht dass du nun denkst, du bist nun so getarnt, dass du hemmungslos zu Mord und Totschlag aufrufen oder sonstige kriminelle Handlungen starten kannst. Im polizeilichen Ermittlungsfall bist du immer ermittelbar. Sobald du dich ins Netz eingeloggt hast, hinterlässt du Spuren.
Auch bei den Detail-Beschreibungen ist es sinnvoll, den Kopf vorher kurz einzuschalten, bevor man stolz seine Schwanzlänge und Masturbationsfantasien verkündet oder man bei gay.com anklickt, dass man gerade einen Drogenentzug durchmacht. All deine persönlichen Angaben sind grundsätzlich allen Menschen weltweit zugänglich. Also auch der Nachbarin, den Eltern, dem Vorgesetzten, der Werbeindustrie. Die verblüffende Offenheit vieler User zeugt einerseits von einem großen schwulen Selbstbewusstsein, andererseits auch von einer gewissen Arglosigkeit. Über Suchmaschinen wie google ist fast jedes Profil auffindbar!