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Clubs für jeden!
 
 

 

Die Datingportale sind nicht nur dafür da, Begegnungen zum Austausch von Nettigkeiten oder Körperflüssigkeiten zu arrangieren. Sie können noch viel mehr. Sie schaffen Netzwerke, die auch außerhalb der Plattform in vielfältiger Weise funktionieren. Dafür begibt man sich in die Clubs, wie sie bei gayromeo heißen oder in die Communitys bei gayroyal. Mehr oder wenige große Untergruppierungen aus der Gesamtheit der OnlineDater, die sich um ein bestimmtes Thema oder eine gemeinsame Vorliebe versammeln, finden sich hier.

     
 
 
Datingportale können mehr: In Clubs kann man seine persönlichen Vorlieben ausleben, Freunde kennen lernen oder auch einen Job finden. „Du willst Mitglied werden?“, fragt der Administrator vom frisch gegründeten „Schwarze Messe-Club“ in seiner Einleitung. „Voraussetzung dafür sind folgende: 1. Du musst die Angabe SM oder Soft-SM im Profil haben. 2. Eigene Bodypics und Facepic. 3. Wirklich auf sadistische und okkulte Spiele stehen.“ Teuflisches Ficken, satanisches Gestöhne; was immer auch dahinterstecken mag, der Club wird seine Anhänger finden. Ebenso wie die Community „Feminine Jungs mit längeren Haaren“ oder „Kurze bayerische Lederhosen“ bei gayroyal.

Etwa 3.000 Clubs bei gayromeo, sowie rund 1.000 Communitys bei gayroyal gibt es. Tendenz steigend. Denn jeder, der möchte, kann seine eigene Community gründen. Und er kann bestimmen, ob dieser Zusammenschluss offen für alle ist oder ob es eine Vorauswahl gibt. Im ersten Fall reicht ein Klick des Interessenten auf den Mitgliedschafts-Button. Ansonsten muss man mal lieb beim <b>Admin</b> anfragen und in der Regel auch kurz begründen, warum man dabei sein will.

Natürlich tummeln sich hier Fetischliebhaber aller Art, und die Sexzirkel vom Onanieclub in Buxtehude bis zum Seitensprung in NRW. Aber auch die Leute, die sich über Computerspiele austauschen wollen, Hundebesitzer, SMS-Junkies, Eisenbahnfreunde, Pflanzenliebhaber, Cocktailmixer, Kirmes-Fans, schwule Piloten, Busfahrer, Journalisten, Polizisten, Stenografen, und, und, und. Wer einmal in die Tiefen der Clubs einsteigt, wird sich über die Vielfalt wundern und freuen.

Einer der bekanntesten Clubs ist <b>gayjobs</b>. Ende 2003 eingerichtet, finden sich inzwischen rund 8.000 Arbeitssuchende und Arbeitsvermittelnde in diesem Forum. Admin Cornel Prüsse aus Bensheim bei Darmstadt sieht seine Initiative nicht als „schwules Arbeitsamt“, sondern als Plattform für Jobsuchende. „Ich höre oft von Bekannten, dass irgendwo ein Job frei wird“, erzählt er, „nur weiß das natürlich keiner. Bei gayjobs können wir das anderen mitteilen.“

Der bundesweit einzigartige Service wird dringend benötigt. „Ich bekomme jeden Tag 30 bis 50 Mails, in denen ich regelrecht angebettelt werde, Leuten einen Job zu besorgen. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie verzweifelt manche Leute sind.“ Einige Bewerber haben über gayjobs bereits einen Arbeitsvertrag in der Tasche. Zudem beraten ehrenamtlich mehrere Experten die Mitglieder über Themen, die bei der Arbeitslosigkeit anfallen. Unter ihnen sind Psychologen, ein Seelsorger, und Anwälte.

Die Clubs und Communitys schaffen das, was beim reinen Dating vielleicht manchmal zu kurz kommt. Die Bildung von Freundeskreisen außerhalb des Internets, die Anbahnung von Beziehungen über das eigene Hobby ist. Ganz egal, ob das nun Geranienzüchten ist oder Bodypainting.

 



 
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